Algebra I Übung W13
Theorem 1:
Sei ein Integritätsring. Dann ist genau dann ein Hauptidealring, wenn ein Körper ist.
Beweis:
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Diese Richtung folgt mittels dem Euklidischen Algorithmus auf Polynomen. Ihr habt dies in der Vorlesung gesehen.
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Sei also ein Hauptidealring. Wir bemerken, dass da nach Annahme ein Integritätsring ist, müssen wir nur prüfen, dass jedes Element in ein multiplikatives Inverse besitzt. Sei also . Wir betrachten dazu das Ideal . Da ein Hauptidealring ist, existiert ein mit . Da kommutativ ist, wissen wir, dass . Also existieren , so dass
gelten. Da ein Integritätsring ist gilt und . Aus der ersten Gleichung folgt und so aus der zweiten . Wir können also , für schreien, wobei . Setzen wir dies in obige Gleichung ein erhalten wir
Nun folgt und somit . Also gilt . Da jedes Element in die Form für hat, existieren , mit
Durch Betrachtung der Grade erhalten wir und somit . Da beliebig war, folgt dass ein Körper ist.
Bemerkung:
Wieso interessieren uns Polynomringe eigentlich? Eine allgemeine Frage in der Algebra ist die Folgende. Gegeben eine algebraische Struktur (z.B. eine Gruppe oder einen Ring), kann ich diese Struktur irgendwie erweitern, dass heisst, kann ich eine Struktur definieren, so dass eine echte Unterstruktur von ist.
In der Gruppen- und in der Ringtheorie wurde diese Frage relativ leicht mit der Konstruktion via dem komponentenweise definierten direkten Produkt/Summe beantwortet.
In der Körpertheorie funktioniert diese Konstruktion jedoch nicht, da durch die komponentenweise definierte Multiplikation immer Nullteiler entstehen. Polynomringe bieten eine alternative Konstruktion.
Definition:
Sei ein Ring. Wir nennen eine Element irreduzibel, falls , und für die Gleichung impliziert, dass oder .
Faktum:
Sei ein Integritätsring und ein irreduzibles Polynom von Grad . Dann besitzt keine Nullstellen in .
Beweis:
Angenommen besitzt eine Nullstelle . Dann folgt mit dem Euklidischen Algorithmus (oder Korollar 12.7), dass für ein . Da keine Einheit in ist () folgt, dass nicht irreduzibel ist.
Theorem 2:
Sei ein Körper und ein irreduzibles Polynom mit Grad . Dann existiert ein Körper , welcher einen zu isomorphen Unterkörper enthält. Des weiteren besitzt das zu entsprechende Polynom in eine Nullstelle in .
Beweis:
Wir wollen zeigen, dass ein maximales Ideal definiert, womit einen Körpert definieren würde. Angenommen es existiert ein Ideal , mit . Aus Theorem 1 folgt, dass ein existiert mit . Da , existiert ein Polynom , so dass . Da nicht ganz ist, ist keine Einheit in . Da irreduzibel ist, folgt . Dann gilt aber und somit . Dies zeigt, dass maximal ist. Wir definieren nun den Körper und betrachten die natürliche Projektion
Wir behaupten, dass einen Isomorphismus bildet. Da einen einen Ringhomomorphismus definiert müssen wir lediglich Injektivität prüfen. Angenommen es existiert ein . Dann folgt
ein Widerspruch zu . Also ist injektiv und somit besitzt einen zu isomorphen Unterkörper. Wir schreiben und setzen . is also Polynom in , welches entspricht, wenn wir mit dem Unterring in identifizieren. Wir behaupte, dass eine Nullstelle von definiert. In der Tat gilt