Algebra I Übung W11

Proposition 1:
Seien zwei Ringe und ein Ringhomomorphismus. Dann gilt
(1)
(2)
(3)
(4) induziert einen Gruppenhomomorphismus

Beweis:
(1)

womit folgt.

(2/3)
Für und definiere , wobei die Summe genau Summanden hat. Analog für . Die Aussage folgt mittels Induktion.

(4)
Definiere

Wir bemerken zuerst, dass für alle . Weiter gilt , womit ist wohldefiniert. Insgesamt zeigt dies, dass einen Gruppenhomomorphismus bildet.

Lemma 2:
Sei ein endlicher Ring mit quadratfreier Ordnung. Dann ist zyklisch und abelsch.

Beweis:
Schreibe für paarweise verschiedene Primzahlen . Betrachte die abelsche additive Gruppe . Mit dem Haupsatz folgt

Wir wissen, dass die rechte Seite zyklisch ist, also ist zyklisch. Sei ein Erzeuger von . Seien beliebig. Dann existieren , so dass und . Also gilt

Analog folgt . Dies zeigt, dass kommutativ ist.

Proposition 3:
Sei ein endlicher Ring mit quadratfreier Ordnung. Dann ist isomorph zu einer direkten Summe von Körpern.

Beweis:
Schreibe für paarweise verschiedene Primzahlen . Mit Lemma 2 erhalten wir, dass kommutativ ist. Definiere die Ideale

für alle . Für finden wir mit dem Euklidischen Algorithmus , so dass . Es folgt, dass . Mit dem Chinensischen Restsatz erhalten wir also

wobei . Sei und . Dann können wir für ein schreiben. Durch Betrachtung als additive abelsche Gruppe zeigt dies, dass . Da beliebig was, folgt , also . Dies zeigt und somit .

Wir wollen nun zeigen, dass . Mit Lemma 2 ist zyklisch von Ordnung . Angenommen ist kein Erzeuger, dann ist für ein . Aber dann gilt für alle , , womit nicht zyklisch ist, ein Widerspruch. Als ist ein Erzeuger. Sei wieder . So ist und . Mit Lagrange gilt also . Also ist .

Insgesamt folgt also

Aufgabe:
Sei ein nicht-trivialer Ring. Bestimme alle Ringhomomorphismen .

Lösung:
Wann existiert ein solcher überhaupt? Wir behaupten, dass ein solcher existiert, genau dann wenn einen zu isomorphen Unterring enthält.

Angenommen enthält einen zu isomoprhen Unterring . Sei ein Ringisomorphismus. Sei die Inklusionsabbildung. Dann bildet einen Ringhomomorphismus von nach .

Angenommen es existiert ein Ringhomomorphismus . Wir wollen zeigen, dass injektiv ist, womit einen zu isomorphen Unterring enthält. Seien mit . Dann gilt . Angenommen . Dann, da ein Körper bildet, existiert ein mit . Also , ein Widerspruch. Dies zeigt und somit Injektivität.

Wir haben also herausgefunde, wann ein solcher existiert. Kann es auch mehrere geben?

Sei wieder ein Ringhomomorphismus. Für gilt dann

Wegen gilt . Dies zeigt, dass eindeutig auf bestimmt ist. Es gilt jedoch weiter für

Dies zeigt, . Für und gilt also

Dies zeigt, dass auf ganz eindeutig bestimmt ist. Falls einer existiert ist dieser also eindeutig.

Beispiel:
Setze , die Menge aller Folgen in . Für definieren komponentenweise. Dann bildet die Menge aller Funktionen von auf sich selbst einen Ring, wobei die Addition punktweise geschieht und die Multiplikation durch die Verknüpfung der Funktionen gegeben ist. Also für

und

Dann ist gegeben durch von links invertierbar aber bildet keine Einheit bildet.