Algebra I Übung W10

Definition:
Sei ein Ring, dann nennen wir eine additive Untergruppe für die für alle gilt ein Ideal.

Bemerkung:
Was ist ein Ideal, wieso ist diese Definition Interessant? Isomorphiesätze.

Definition:
Sei ein kommutativer Ring und zwei Ideal. Dann nennen wir teilerfremd, falls

Bemerkung
Zwei ganze Zahlen sind genau dann teilerfremd, wenn und als Ideale teilerfremd sind.

Lemma 2:
Sei ein kommutativer Ring und seien zwei teilerfremde Ideale. Dann gilt

Beweis:
Die Inklusion gilt sogar allgemeiner und ihr habt den Beweis dazu in der Vorlesung gesehen. Für die andere Inklusion sei beliebig. Da teilerfremd sind, existieren und , so dass . Es folgt . Nun folgt aus und , dass . Analog folgt aus und , dass . Insgesamt erhalten wir also .

Beispiel:
Für teilerfremd gilt also .

Proposition 3:
Seien teilerfremd. Dann gilt als Ringe.

Beweis:
Definiere

Es ist nicht schwer zu überprüfen, dass einen Ringhomomorphismus definiert. Da teilerfremd sind existieren , so dass . Damit erhalten wir

Da obige zwei Elemente ganz durch Ringoperationen erzeugen (Addition würde genügen), folgt dass surjektiv ist. Wir wollen nun bestimmen. Sei , dann

Dies zeigt . Mit dem ersten Isomorphiesatz über Ringe folgt nun

Bemerkung:
Proposition 3 ist ein Spezielfall des Chinesischen Restsatzes. Allgemeiner gilt für paarweise teilerfemd folgende Ringisomorphie

Oder sogar noch allgemeiner: Seien paarweise teilerfremde Ideale eines kommutativen Ringes . Sei . Dann definiert

einen Ringisomorphismus.

Lemma 4:
Seien Ringe. Dann gilt

wobei die Gleichheit als Mengengleichheit gelesen werden soll.

Beweis:
Sei beliebig. Es gilt genau dann, wenn ein existiert mit

Dies ist aber genau dann der Fall, falls für alle . Letzteres ist wiederrum äquivalent zu für alle .

Definition:
Sei ein Ring und eine Teilmenge. Dann definieren wir das von erzeugte Ideal als

Proposition 1:
Sei ein Ring und eine Teilmenge und ein Element. Dann gilt
(1)

(2)

Falls kommutativ ist, so erhalten wir folgende Vereinfachungen.
(1’)

(2’)

Beweis:
(1)
Sei die Menge auf der rechten Seite. Wir setzen und und sehen somit, dass . Es ist nicht schwer zu überprüfen, dass ein Ideal bildet. Sei nun ein beliebiges Ideal, welches enthält. Sei endlich und für alle . Da abgeschlossen bezüglich Rechts- und Linksmultiplikation ist folgt . Da eine additive Untergruppe bildet folgt . Dies zeigt . Dies zeigt, dass das kleinste Ideal ist, welches enthält und somit .

(2), (1’) und (2’) folgen durch sehr ähnliche Argumente.