Algebra I Übung W06

Bemerkung:
Siehe Cayley Graphs Plotter | JuliaPoo für visualisierung von Cayley Graphen.

Theorem: (Ester Isomorphiesatz)
Sei ein surjektiver Homomorphismus. Sei und sei der natürliche Homomorphismus von auf . Dann existiert genau ein Isomorphismus mit . Mit anderen Worten, folgendes Diagramm kommutiert.

GHG=N¼Ã'

Proposition 1:
Sei eine endliche Gruppe, eine Untergruppe von und eine normale Untergruppe von . Wir nehmen des weiteren an, dass die Ordnung von und der index von in teilerfremd sind. Dann gilt .
Lösung:
Sei also , , sodass . Falls , dann folgt direkt . Andernfalls gilt . Sei die natürliche Projektion. Dann gilt . Nach Lagrange teilt den Index . Mit dem ersten Isomorphiesatz folgt

Also teilt den Idex . Da aber und teilerfremd sind folgt , also . Es folgt .

Bemerkung:
Wir haben in der Vorlesung gesehen, dass falls mit , dann folgt . Wir wollen nun eine Verallgemeinerung beweisen.

Proposition 2:
Sei eine endliche Gruppe. Sei der kleinste Primfaktor von und mit . Dann gilt .

Beweis:
Wir betrachten die Gruppenoperation definiert durch linkstranslation der Nebenklassen. Also . Dies induziert einen Gruppenhomomorphismus

Wir wollen zeigen. Mit einer Theorem 4.3 aus der Vorlesung folgt dann . Wir bemerken zuerst, dass gilt, da . Die Ordnung der Untergruppe ist mit Lagrange also ein Teiler von . Mit dem ersten Isomorphiesatz erhalten wir . Somit ist also ein Teiler von . Mit dem Satz von Lagrange folgt, dass auch teilt. Da, per Annahme, der kleinste Primfaktor von ist gilt . Womit entweder 1 oder ist. Sei nun beliebig, dann gilt , da das Neutralelement von ist. Wenden wir nun auf die Nebenklasse an, so erhalten wir , womit folgt. Es gilt also . Mit dem Satz von Lagrange folgern wir nun

Es folgt und . Ingesamt folgt also .

Aufgabe 1:
Sei eine Primzahl und eine endliche Gruppe der Ordnung . Zeige indem du Proposition 2 verwendest, dass abelsch ist. (Hinweis: Untersuche die Operation durch konjugation von auf den Elementen ).
Lösung:
Nach Lagrange hat jedes Element von Ordnung , oder . Falls ein Element der Ordnung existiert, so ist zyklisch und somit auch abelsch. Nehmen wir nun an es existiert kein Element der Ordnung . So haben alle nicht-triviale Elemente Ordnung . Sei beliebig. Dann ist eine Untergruppe vom Index . Nach obiger Proposition ist eine normale Untergruppe. So ist also folgende Operation wohldefiniert

Diese induziert einen Homomorphismus . Mit dem ersten Isomorphiesatz erhalten wir , wobei . So ist ein Teiler von . Da aber folgt und somit ist der triviale Homomorphismus. Also gilt und somit für alle und . Wir können nun auf zwei verschiedene Arten den Beweis schliessen.
(1) Es folgt . Ausserdem bemerken wir, dass Ordnung hat und somit zyklisch ist. Mit Aufgabe 21 aus Serie 3 folgt nun, dass abelsch ist.
(2) Wir bemerken, dass insbesondere mit allen Elementen in kommutiert. Da beliebig war, folgt dass abelsch ist.

Aufgabe 2:
Seien . Zeige, dass

gilt indem du einen expliziten Isomorphismus konstruierst. Folgere dann
(a) Für gilt
(b) Für prim gilt

Lösungsskizze:
Definiere

Man überprüft, dass ein wohldefinierter Isomorphismus ist. Für die Folgerungen bemerke, dass die Menge der invertierbaren Matrizen, genau den Elementen mit multiplikativem Inverse entspricht.

Aufgabe 3:
Welche Aussage folgt, wenn man den Isomorphiesatz auf die Abbildung

anwendet?

Lösung:
Aus der Analysis wissen wir, dass gilt, womit einen Homomorphismus von der additiven Gruppe in die multiplikative Gruppe definiert. Wir bemerken zuerst, dass . Weiter gilt

Es folgt

Aufgabe 4:
Sei eine Gruppe und sei eine Untergruppe von endlichem Index. Zeige, dass ein in enthaltener Normalteiler von endlichem Index existiert. (Hinweis: Finde einen Homomorphismus , dessen Kern in enthalten ist.)
Lösung:
Sei . Definiere . Dies definiert eine Operation von auf . Diese induziert dies einen Homomorphismus . Setze . Mit dem ersten Isomorphiesatz folgt , also ist endlich. Sei abschliessend beliebig, so folgt also , für folgt nun , also und somit .