Algebra I Übung W02
Organisatorisches
- Bitte markiert zwei Aufgaben in jeder Serie, bei denen euch eine genaue Korrektur helfen würde. So, kann ich mich auf diese fokusieren, falls es zeitlich mit der Korrektur knapp wird.
- Feedback unter: Feedback, Algebra I Übungsstunde
- Auch wenn ihr nicht bei mir eingeschrieben seid, dürft ihr bei mir das MC Quiz machen.
- Falls ihr Fragen habt bitte stellt diese. Genau dafür ist die Übungsstunde hier.
- Für das Quiz dürft ihr nur eure Notizen als Hilfsmittel nutzen.
Untergruppen
Definition: Sei eine multiplikative Gruppe. Eine nicht-leere Teilmenge heisst Untergruppe von falls für alle gilt:
Bemerkung: Für eine Gruppe und gilt: bildet Untergruppe bildet Gruppe.
Definition: Sei eine Gruppe und . Dann ist
eine Untergruppe von und wir nennen sie die von erzeugte Untergruppe. Ist für ein , so schreiben wir für .
Definition: Sei eine Gruppe mit Neutralelement und sei . Dann heisst die kleinste positive natürliche Zahl sodass gilt die Ordnung von , bezeichnet mit . Falls es kein solches gibt, sei .
Proposition: Sei eine multiplikative Gruppe und . Dann gilt
Beweis:
Seien beliebig. So existieren , so dass . Nun
womit gilt und insbesondere ist somit eine Untegruppe, welche enthält. So folgt
Sei nun mit . Angenommen für ist in . So ist weil eine Gruppe bildet und auch . Mit Induktion folgt also , wobei . Weil eine Gruppe bildet existiert für jedes Element in ein eindeutiges Inverses, also gilt
und somit . Dies zeigt
und da eine beliebige Untergruppe von mit war gilt
womit die Behauptung folgt.
Korollar: Sei eine multiplikative Gruppe und ein Element mit . Dann gilt . Des weiteren, sind die Elemente paarweise verschieden.
Beweis:
Nach obiger Proposition gilt . Eine Inklusion ist also klar. Für die andere sei beliebig. Es existiert ein und ein , sodass (Division mit Rest). Es folgt und somit . Für den Zusatz seien mit . Ohne Beschränkung der Allgemeinheit können wir annehmen. Es folgt also für . Per Definition der Ordnung muss also . (Wir haben somit die Kontraposition des Zusatzes gezeigt.)
Proposition: Sei eine multiplikative Gruppe und ein Element mit . Dann gilt
Beweis:
Angenommen und . Falls , so existiert ein mit und somit . Falls gilt, so schreibe für mit (Division mit Rest) und wir erhalten . Mit dem Zusatz aus obigem Korollar folgt nun und somit .
Nehmen wir nun die rechte Seite der zu zeigenden Äquivalenz an, so gilt , da . Es bleibt also zu zeigen, dass die kleinste positive Zahl ist, welche diese Eigenschaft erfüllt. Sei , dann gilt und mit unserer Annahme folgt .
Bemerkung: Falls , so gilt für .
Nebenklassen
Definition: Sei eine Gruppe. Für und sei
Die Mengen und heissen links- bzw. rechts- Nebenklassen von . Des weiteren definieren wir
Definition: Sei eine Gruppe und , dann ist der Index von in , bezeichnet mit . Im Allgemeinen ist .
Bemerkung:
Man kann sich Nebenklassen als verschobene Untergruppen vorstellen. Wir betrachten als Beispiel . Sei beliebig, dann ist eine Untergruppe. In diesem Fall bildet die Menge aller Restklassen modulo . Im Falle von wie sehen wir die Nebenklassen als verschobene Untergruppen:
Blau markiert ist die Untergruppe beziehungsweise die Nebenklasse . Die Nebenklassen und sind rot respketive grün markiert.
Dies ist analog zum Quotientenraum in der Linearen Algebra, wo wir die Elemente des Quotientenraumes auch Nebenklassen nannten. Im Falle von sind die Nebenklassen genau die (überabzählbar viele) verschobenen Geraden:
---
xLabel:
yLabel:
bounds: [-10,10,-10,10]
disableZoom: true
grid: true
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U(x) = x
N1(x) = x+1
N2(x) = x+2
N3(x) = x+4
N4(x) = x-2
Satz (Lagrange):
Sei eine Gruppe und . Dann gilt
Falls zusätzlich eine endliche Gruppe ist, dann gilt .